Ausstellung vom 2. August bis 2. September: Widerspenstig und widerständig

AnfangsflächeJugendlichen Widerspruch nahm die SED sehr ernst. Sie befürchtete stets, dass sich  dahinter auch ein Wider-spruch zu ihrer Politik verbergen könnte. Dabei ist es ganz normal, dass sich Heranwachsende an Konventionen und Vorschriften reiben, die ihnen die elterliche Gesellschaft vorgibt.
Aber: „In der Jugendkultur ging es um mehr als den Generationskonflikt. Die Jugendlichen waren politisiert.“ (Dirk Moldt, Historiker)

Museum_Logo_Diese Ausstellung des
Museums Lichtenberg widmet sich unterschiedlichen Jugend-
bewegungen, die auf dem Gebiet des Berliner Bezirks Lichtenberg in der Zeit zwischen Mauerbau und Mauerfall auftraten. Sie stehen als Beispiele für weitere Gruppierungen auch an anderen Orten in der DDR.


Zur Eröffnung am 2. August hat Steffi Lehmann (Gedenkort Kaßberg-Gefängnis Chemnitz) mit einem Vortrag den thematischen Rahmen für die Ausstellung gesetzt. Im gut gefüllten Veranstaltungssaal in der Gedenkstätte traf sie auf ein interessiertes Publikum.

Steffi Lehmann hat in ihrem Vortrag die drei bestimmenden Ziele der offiziellen Jugendpolitik der DDR hervorgehoben: politische Indoktrination, maximierte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Befähigung zur Landesverteidigung. Die Jugendlichen sollten sich politisch „genehm“ verhalten und der Partei- und Staatsführung Dankbarkeit bezeugen. In der Realität, so S. Lehmann in ihrer Untersuchung, beherrschten die meisten Jugendlichen die von der SED diktierten Phrasen zwar, gaben sie im öffentlichen Raum auch wieder, doch privat oder in der Freizeit verlor sich der staatliche Einfluss.

Nach Diskussionen und Statements konnten sich die Besucher in der Ausstellung anschaulich informieren, wie Jugendliche in der Realität auf die engen Grenzen der offiziellen jugendpolitischen Angebote reagiert haben. Die Berliner Gruppen stehen exemplarisch für solche und ähnliche Gruppierungen in der gesamten DDR.


AusstellungsflächenBesucher


Fotos: Bettina Wernowsky

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