Das war die Kulturnacht 2018

Das muss Liebe sein …

Das Leitmotiv dieses Jahres läßt einige Interpretationen zu: vielleicht ist ja auch die Liebe zu einer Band gemeint, zu Musikern aktuell oder zu Bands, die in vergangenen Zeiten für jeden eine andere, eine besondere Bedeutung hatten? P1170611

Und vielleicht war es bei dem einen oder anderen Besucher oder bei dieser oder jener Besucherin, die am 22. September ab 19:30 Uhr den Veranstaltungsraum füllten, so etwas wie Liebe. Sie wollten sich noch einmal an den Menschen und den Musiker Klaus Renft erinnern, hatten Lust auf Live-Musik eines Renft-Freundes. Denn Klaus Renft, diese ostdeutsche Rocklegende, stand im Mittelpunkt der Hommage, die sein Musiker-Kollege und Freund Andreas Schirneck vorstellte. Filme, Zitate aus Stasi-Akten, Anekdoten und Musik zeichneten ein vielen nicht so bekanntes Bild von Klaus Renft, der 2006 verstarb (und dem man bereits 2007 in Leipzig eine Straße widmete!).P1170607

Die Zitate aus den Akten der Stasi haben, trotz der dramatischen Folgen der Stasi-Bearbeitung Renfts, zu Lachern im Publikum geführt. Ein „ungepflegter Langhaariger“, der sogar bis „Mittag im Bett bleibt“, der viel Besuch bekommt, oder: „Jugendliche, die komisch zur Musik der Band tanzten“, all das war den IMs, die sich um Renft „kümmerten“, mehr als suspekt. Und dann noch die Texte … Letztlich kam es zum Verbot der Gruppe Renft Mitte der 1970er Jahre. Das Verbot führte 1976 zu Renfts Ausreise aus der DDR. 

Nach der Hommage spielte Andreas Schirneck im anschließenden Konzert einige der Titel, die er mit Klaus Renft gemeinsam unter anderem als „LSD- Löhmaer Song Duo“ gespielt hat.

Schirneck live


Zusätzlich sorgten ein Büchertisch, Führungen durch den besonderen Ort „Stasi-UHA“ und viele Einzelgespräche mit den zahlreichen Besuchern dafür, dass diese Kultur“nacht“ zu einem besonderen Abend wurde.



Fotos: Bettina Wernowsky