Projekttage – Review


Hier wollen wir in loser Reihenfolge Projekttage vorstellen. Vielleicht interessieren Sie sich auch für unsere pädagogischen Angebote? Oder Sie möchten eine Autorenlesung oder ein Zeitzeugengespräch in Ihrer Schule anbieten? Oder Sie möchten mit Ihren SchülerInnen am authentischen Ort einen besonderen Projekttag erleben? Sprechen Sie uns an!


Ein Ausflug in die Vergangenheit

Der 14. November 2019 war für die 28 SchülerInnen der Klasse 5b des Professor-Förster-Gymnasiums Haldensleben etwas Besonderes: kein Unterricht sondern ein Ausflug nach Magdeburg stand auf dem Stundenplan, mit dem Film „Fritzi. Eine Wendewundergeschichte„. Es war nicht nur ein Ausflug in eine andere Stadt, sondern in die  Vergangenheit. Dazu stand folgendes auf dem Plan: Kino, ein bisschen arbeiten, viel reden und sogar noch das Erkunden der authentischen Bereiche im Gedenkstätten-komplex. Die erste Station war der Moritzhof, mit dem „Kino unterm Dach“. Und dem Film. Aber ohne Popcorn …

Fritzi  Gesamte Klasse Kino

 

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Vorbereitend hatten die SchülerInnen mit den Eltern und Großeltern gesprochen: Wie war das denn in der DDR? Was war denn im Herbst 89 los? Und wie war das mit der Grenzöffnung? Und was hast du so erlebt? – viele SchülerInnen hatten somit etwas zu erzählen.

84 Minuten später war der Film zu Ende, doch bereits während des Films wurden Emotionen laut: Aufregung über die fürcherliche Lehrerin Frau Liesegang, über unfaire MitschülerInnen, über die fiesen Stasi-Leute, über unheimliche Szenen an der Grenze, und natürlich Lachen über den süßen Hund Sputnik.

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Ortswechsel in den Gedenkstättenkomplex und ein kleines Arbeitsblatt haben anschließend geholfen, die Gedanken zu ordnen. Kluge Fragen, interessante Aspekte und unerwartete Sichten auf die Ereignisse, die vor 30 Jahren der Beginn einer veränderten Welt wurden, zeigten, dass sich die SchülerInnen mit den vorgekommenen Themen beschäftigt haben und zum Nachdenken angeregt waren.

Anschließend gabs den Rundgang durch die Zellen und den Vernehmerraum. FÜ1Und wieder Fragen, viele Fragen, und dann war schon die Zeit um. Der Zug nach Haldensleben wartet nicht …FÜ

 

 

 


Fotos: Kordula Zollenkop

„Herbst 89″ auf der anderen Seite des Atlantiks

Es ist der 6. September, 8:45 Uhr. Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern steht vor dem Eingangstor zur Gedenkstätte Moritzplatz. Sie gehen noch nicht hinein, denn ein Mann mit eindrucksvollem Mikro spricht mit ihnen und verkabelt eine Schülerin und einen Schüler.

Es ist ein Drehtag für ein Filmteam aus Berlin. Im Auftrag des Goethe-Institutes in Toronto. Nun gab es ja schon manche Dreharbeiten in der Gedenkstätte, für Film und Fernsehen oder für Dokus, aber was an diesem Freitag gefilmt wurde, war ein kompletter Projekttag der Schülerinnen und Schüler einer 12. Klasse des Hegelgymnasiums Magdeburg.

Und das kam so: Die Leiterin für Spracharbeit und Bildungskooperation vom Goethe-Institut in Toronto, Ulrike Kugler, ist im Mai dieses Jahres durch Internet-Recherchen auf die Projektarbeit, die das Dokumentationszentrum konzipiert, anbietet und durchführt, aufmerksam geworden. Für die Schülerinnen und Schüler in Nordamerika, Kanada und Mexico wird bereits seit 1991 ein Wettbewerb ausgeschrieben, dessen Grundlage ein Kurzfilm ist. Aus diesem Film wiederum ergeben sich dann Fragen und Aufgaben für eigene Projekte der Schülerinnen und Schüler. Drei Preisträger werden mit einer Sprachreise nach Deutschland belohnt. Und für dieses Jahr hatte sich das Goethe-Institut thematisch auf den 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution konzentriert und wollte einen Projekttag für diesen Kurzfilm dokumentieren. Projektarbeit in Gruppen, Interviews mit den Schülerinnen und Schülern und ein Gespräch mit einem Zeitzeugen waren die Wünsche des Goethe-Institutes.

Dankenswerterweise hat die Schulleitung des Magdeburger Hegelgymnasiums das Projekt unterstützt, indem der Klasse mit ihrer Geschichtslehrerin Manuela Krayl erlaubt wurde, einen Tag der Schule fern zu bleiben. Die Schülerinnen und Schüler waren bereits zum 3. Mal hier und somit schon mit dem authentischen Ort bekannt. Und nun neugierig auf den Tag.

Nach einer kurzen Vorstellung des Ablaufs wurde zum Einstieg in das Thema „Magdeburg im Herbst 89“, eine Kurzfassung der gleichnamigen Doku ( © Dokumentationszentrum/ Bürgerkomitee Magdeburg e.V.), eingespielt. Anschließend haben sich die Jugendlichen die gleichnamige Ausstellung mit dem Blick auf die Aufgabenstellung erschlossen. Das Besondere dabei war, dass der Fokus auf der Rolle und den Einsatz von Fotografien lag. Also war ein gezielter Blick auf die Fotos in der Ausstellung und auf die zur Auswahl stehenden Fotografien in den Arbeitsmappen gefragt.

Eine kleine Pause schaffte danach den nötigen Freiraum, um wieder aufnahmebereit für den nächsten Programmpunkt zu sein: das Gespräch mit dem ersten Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg nach 1989, Dr. Willi Polte. Die jungen Leute hatten Fragen, die Dr. Polte ausführlich und interessant zu beantworten wusste. Das städtische Leben im Magdeburg der DDR wurde ebenso hinterfragt und nachgefragt, wie das politische Leben danach. Natürlich waren die SchülerInnen auch neugierig auf die Person, die da vor ihnen saß, auf Dr. Polte. Sein Leben und Werden und Wirken war genauso spannend und interessant wie die großen, gesellschaftlichen Vorgänge. Und die Wirkung von Politik und Gesellschaft auf den Einzelnen. Das wichtige Statement von Dr. Polte: eine Demokratie lebt vom Mit-Tun aller und kann auch nur dann gelingen.

Das alles wurde vom Filmteam festgehalten: Dr. Polte wurde interviewt, die Arbeitsergebnisse der SchülerInnen sind nach einer kleinen Pause in der Runde vorgestellt worden, kluge Ergebnisse, eine überraschende Bildauswahl mit teilweise unerwarteter Deutung, interessante Diskussionen, die die intensive Arbeit an diesem Tag widerspiegelten. Noch einige Einzelgespräche, dann war für die Jugendlichen ein intensiver, aber interessanter Projekttag beendet. Aber noch nicht für das Drehteam: Simon Oblescak und sein Kameramann Roman Koblov suchten und fanden noch filmisch interessante Details in Ausstellung und Zellentrakt.

Im Oktober gibt es dann einen fertigen Film –
Regie: Simon Oblescak, Kamera: Roman Koblov, Haupt-Darsteller: eine 12. Klasse aus dem Magdeburger Hegel-Gymnasium, die Lehrerin Manuela Krayl und der Gast Dr. Willi Polte.

Vielen Dank an den Journalisten Stefan Harter von der Magdeburger „Volksstimme“ für die zeitweise Begleitung des Projektes und den sehr schönen Presse-Artikel in der Ausgabe vom 10.09.2019.


Fotostrecke


Fotos: Kordula Zollenkop, Dokumentationszentrum

Projektwoche mit Konzert

Vom 8. bis 12. April 2019 fand eine Projektwoche für die 10. Klassen des Hegel-Gymnasiums statt. Im Mittelpunkt stand das Thema „Musik zwischen Staat und Rebellion“. Das hieß für die SchülerInnen, dass sie ihren Blick speziell auf den Alltag junger Leute in der DDR richten, darauf, wie die Eltern oder Großeltern Musik erlebt und konsumiert haben und was es bedeutet, wenn Bands und ihre Texte in den Fokus staatlicher Einflussnahme geraten. Und – welche Rolle spielte die staatlich „gewollte“ Musik?

Den Abschluss dieser Woche bildete dann am 12. April in der Schule eine Konzert-Lesung mit Andreas Schirneck. Er war bereits zur Kulturnacht im September 2018 zu Gast im Gedenkstättenkomplex. Andraes Schirneck, Musiker und Freund von Klaus Renft, hatte durch sein offenes, sympatisches Auftreten die Lehrerinnen und SchülerInnen sofort auf seiner Seite. Er hat aus Stasi-Akten zitiert, so auch aus dem Bericht eines Stasi-Mitarbeiters, der aus „dienstlichen“ Gründen ein Renft-Konzert besuchen musste. Dieser Bericht hat so manchen Lacher hervorgerufen: junge Leute, die beim Tanzen ihre Beine nicht bewegen, aber die Arme in die Luft werfen, Musiker, die mit geschlossenen Augen spielen, englische Texte, die nicht zu verstehen waren und und und… Für diesen Mitarbeiter war der Konzert-Tanz-Abend bestimmt eine Herausforderung!
Anekdoten aus der Jugend- und Musikerszene der DDR in den 1960er und 1970er Jahren, originale Tonmitschnitte von Klaus Renft – die Zeit verging im Flug. Und dann war da natürlich Musik, live gespielt, mit Gitarre und Mundharmonika – es war eine „Zeitreise mit Musik“.

Und natürlich durfte die „Rockballade vom kleinen Otto“ nicht fehlen, unplugged, in der Projektarbeit kennengelernt und wieder erkannt.

Übrigens: Für 2020 stehen die nächsten Termine schon fest …

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Fotos: Bettina Wernowsky, Dokumentationszentrum

Eine andere Jugend in der DDR – Ein Zeitzeugengespräch

Am 18. Oktober 2018 stand für eine 12. Klasse des Magdeburger Hegel-Gymnasiums Die Klasse_1eine besondere Unterrichtsstunde auf dem Programm. Die Klasse war bereits zu einer Führung im Gedenkstätten-komplex und war im August dieses Jahres zu einer Projekt-führung in der Sonderausstellung „Widerspenstig und widerständig“ zu alternativen Jugendkulturen in der DDR. Also war die Klasse bestens vorbereitet auf das, was Angela Kowalcyk (Berlin) zu erzählen hatte: von ihrer Jugend in der DDR, die sie anders verlebte als die meisten anderen Jugendlichen. Von ihrem „Nicht-Angepasst-Sein“, das sie als Punk zum Ausdruck brachte und das ihr letztlich im Alter von 16 Jahren sieben Wochen Untersuchungshaft bei der Stasi einbrachte. Und der Vorwurf?  „Öffentliche Herabwürdigung“, die die Jugendliche mit dem Spitznamen „China“ durch Gedichte und ein pazifistisches Flugblatt ausgedrückt haben soll!
Sie sAngela K.prach über Repressionen der Stasi, sie berichtete vom „Delikt“, das der Auslöser für die Inhaftierung war und sie sprach über die Zeit nach der Haft: die Schikanen, die weitere Beobachtung und Bespitzelung und der daraus resultierende Vertrauensverlust, der ihr weiteres Leben mit bestimmen sollte.
In der anschließenden Diskussionsrunde fragte ein Schüler noch Im Gesprächeinmal genau nach dem Delikt: Was sie denn noch getan hätte, damit man sie in Haft nehmen konnte. Nach der Antwort: Unverständnis. Nur ein Flugblatt, in dem die Rolle der NVA als Friedensarmee angezweifelt wurde? Nur ein Gedicht, in dem die DDR mit einer Mausefalle verglichen wurde? Und dafür U-Haft? Mit 16?
Angela Kowalczyk berichtete, erzählte, erläuterte, las das Gedicht mit der „Mausefalle“ vor, antwortete auf Fragen und hat durch ihre lebendige, berlinerisch geprägte Sprache schnell Zugang zu den SchülerInnen gefunden. DankeschönIm persönlichen Gespräch wurden anschließend noch Gedanken (und Adressen) getauscht. Angela Kowalczyk, sichtlich emotional berührt, war begeistert von den  SchülerInnen.
Die betreuende Lehrerin, Frau Jakuszeit, hat mit einem Blumengruß, auch im Namen der Jugendlichen, „Dankeschön“ gesagt. Vielleicht bis auf ein nächstes Mal mit einer anderen Klasse …


Fotos: Bettina Wernowsky, Dokumentationszentrum

„Der Herbst ’89 in Magdeburg“ mit der Neuen Schule Magdeburg

Der erste Projekttag 2018 geht an … die Neue Schule Magdeburg! 16 Schülerinnen und Schüler einer 10. Klasse kamen neugierig und gut vorbereitet am 16. Januar 2018 in die Gedenkstätte. Die Ausstellung zum Herbst 89, die die Arbeitsgrundlage dieses Projektes ist, stand im Flur bereit.Im Flur

Durch Fragen und Gespräche in den Familien zum Thema DDR, Leben in der DDR und das Erleben der Ereignisse im Herbst ’89 hatten die SchülerInnen für eine solide Grundlage für den Einstieg in den Projekttag gesorgt. Begriffe wie „Bückware“ oder „Trabant“ standen Slogans der Demo-Transparente gegenüber, wie z. B. „Blumen statt Krenze“.

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Der anschließende geführten Rundgang durch die authentischen Bereiche wie Zellentrakt oder Vernehmerraum führte erneut zu Fragen, Bemerkungen und Statements („Das ist doch nicht rechtsstaatlich“…)

In der folgenden Arbeitsphase wurde wieder diskutiert, z. B. wie „Überwindung der Angst“ zu interpretieren sei und warum es für die Menschen eine Hemmschwelle bedeutete, auf die Straße zu gehen. Ganze Klasse
Die Ergebnisse wurden dann vorgestellt – und natürlich diskutiert. In der Schule wird noch nachgearbeitet, und bestimmt wieder – diskutiert!

Sowohl für die betreuende pädagogische Mitarbeiterin des Dokumentationszentrums als auch für die SchülerInnen war es ein gelungener erster Projekttag des Jahres 2018.
(http://www.neue-schule-magdeburg.de/aktuelles/238-geschichtsprojekt-klasse-10)

Fazit eines Schülers: „Was man über den Herbst ’89 in Magdeburg wissen sollte, haben wir in den 4 Stunden erfahren.“ Die Gespräche in den Familien werden auf jeden Fall fortgesetzt.


Fotos: Bettina Wernowsky, Dokumentationszentrum

Ein bilinguales Langzeitprojekt

Am 6. April 2017 startete ein besonderes Projekt mit dem Magdeburger Hegel-Gymnasium:
Die bilinguale 10. Klasse hat sich im Fachpraktikum Geschichte mit verschiedenen Aspekten der DDR-Geschichte auseinander gesetzt.

Der erste Teil des Projektes fand im Gedenkstättenkomplex in deutscher Sprache statt. Vier Themenfelder waren zu bearbeiten. In verschiedenen thematischen Untergruppen haben sich die SchülerInnen den authentischen Ort Untersuchungshaftanstalt erschlossen, haben sich mit der Arbeitsweise des MfS beschäftigt, Haftgründe und Repressionen gegen Andersdenkende (speziell Jugendliche betreffend) kennen gelernt,  und haben sich Infos zu Opposition und dem Herbst 89 erarbeitet.

Im zweiten Teil dieses besonderen Projektes stand die Umsetzung der Ergebnisse in die englische Sprache im Mittelpunkt. Und vor allem – in welcher Form sollen diese Ergebnisse aufbereitet und verarbeitet werden? Kann man die Ergebnisse vielleicht sogar nachnutzen? In dieser zweiten Phase haben die SchülerInnen eigenständig gearbeitet, auch im Gedenkstättenkomplex, wie z.B. zu Dreharbeiten für Kurzfilme.

Am 4. Mai war es dann soweit. Die Resultate dieses Langzeitprojektes wurden in der Schule im Beisein einer Lokal-Journalistin der Magdeburger Volksstimme (erschienen in der Volksstimme vom 12.05.17/ S. 17) und der verantwortlichen Projektbetreuerin des Dokumentationszentrums vorgestellt:
Die Kreativität und das Können der SchülerInnen führte dazu, dass 2 Filme, ein 3D-Modell, ein Vortrag mit Info-Karten, ein professioneller Flyer, ein PowerPoint-basierter Vortrag und ein Lückentext entstanden sind. Zum Teil wurden die Umsetzungen mit Websites gekoppelt, die über entsprechende QR-Codes zu erreichen sind.
Und nicht zu vergessen: Alles in hervorragendem Englisch!
Sämtliche Projektergebnisse können in weitere Projekte eingebunden werden, sei es durch das Dokumentationszentrum, sei es in der Schule als ergänzende Medien im Unterricht.



Konzentrierte (An)Spannung vor der Präsentation der Ergebnisse und Konzentration mit Spaß – das war der gelungene Abschluss dieses außergewöhnlichen Projektes


Fotos: Bettina Wernowsky, Dokumentationszentrum

Und im Mittelpunkt: Die Biografie

Die SchülerInnen der 10. Klassen der Gesamtschule Langenweddingen haben sich mit einem Aspekt der DDR-Geschichte am authentischen Ort auseinandergesetzt.
Am 15. und 17. Februar 2017 waren sie mit ihren Lehrerinnen zu Gast in der ehemaligen Stasi-Untersuchungshaftanstalt.

Führungen durch Zellentrakt, Vernehmerraum und Besucherkeller haben die SchülerInnen bei der Erschließung des authentischen Ortes unterstützt, im anschließenden Projekt wurden dem Ort dann Gesichter und Schicksale zugeordnet.

Jeder Schüler und jede Schülerin hat sich eine Biografie ausgesucht, ohne etwas von den Geschichten hinter den Namen zu wissen. Die meisten der in der Dauerausstellung dokumentierten Biografien betreffen Menschen, die im jugendlichen Alter von der Staatssicherheit „bearbeitet“, verhört und verhaftet wurden. Oftmals waren sie dabei im selben Alter wie die SchülerInnen, das erleichtert natürlich den Zugang zur „Geschichte, die hinter dem Namen steht“. Und der Vergleich zur aktuellen Lebenswelt der Jugendlichen fällt dadurch auch leichter.

Nach 4 Stunden intensiver Auseinandersetzung mit dem Ort und mit Lebensläufen, nach Diskussionen untereinander und durch Nachfragen standen als Ergebnis Vorträge und Statements, die zum Nach-Denken und Weiter-Denken anregten.

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Wieder einmal außer Haus

Am 12. und 13.12.2016 haben sich die 10. Klassen der Wartbergschule Niederndodeleben über den „Herbst ’89 in Magdeburg“  und die Friedliche Revolution informiert. Die Infos bekommen die Schüler durch eine Ausstellung und einen Film, vorbereitete Arbeitsblätter erleichtern das Erschließen. Innerhalb der Projekttage haben die Schüler Aufgaben gelöst, ein Kreuzworträtsel geknackt (Was war denn nun das Symbol der Friedlichen Revolution? Die Taube oder die Kerze?) und haben versucht, die Überwindung der Angst der Demonstrierenden im Herbst 89 mit Situationen aus ihrem eigenen Erleben zu vergleichen.


Besuch im Hegel-Gymnasium Magdeburg

Wir hatten für den 16. 09. 2016 ein einmaliges Projekt für Schulen angeboten:
Eine Autorenlesung mit der gebürtigen Magdeburgerin Anne Hahn. Das Hegel-Gymnasium hat diese Autorenlesung für eine 10. und eine 11. Klasse möglich gemacht und somit stand für die SchülerInnen zweier Klassen dieser Magdeburger Schule etwas Besonderes auf dem Stundenplan: Anne Hahn hat gelesen. Und sie hat erzählt. Und sie hat Fotos gezeigt.
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Aus dem Buch Der weiße Strich. Vorgeschichte und Folgen einer Kunstaktion an der Berliner Mauer“ und aus dem Buch „Gegenüber von China“, ein autobiografischer Roman über Punk in der DDR, Flucht und Stasi-Haft hat Frau Hahn gelesen, dazwischen über sich und ihr Leben in der DDR gesprochen und ist mit den SchülerInnen ins Gespräch gekommen. Ihr lebendiger, anschaulicher Schreibstil ist bei den SchülerInnen und beiden Lehrerinnen gut angekommen und mit ihrer offenen, unkomplizierten Art
hat Anne Hahn schnell Zugang zu den SchülerInnen gefunden.
(Fotos: Dokumentationszentrum)


Projekttag außer Haus

Am 14.12. und 15.12.2015 fanden an der Wartbergschule in Niederndodeleben  Projekttage zum Thema „Der Herbst 89 in Magdeburg“ statt.
In der Aula der Schule stehen die 20 Ausstellungsflächen, die neben einem Filminput als Quelle für die Schülerarbeit genutzt werden. Alle 10. Klassen der Wartbergschule werden an beiden Tagen einen Schritt zurück in der Geschichte gehen.
Trotz Vorweihnachtsstimmung kurz vor den Ferien sind die Schüler voll bei der Sache – bei den Fragen, bei der Diskussion, bei den Statements. Einige Schüler nehmen Fragen mit nach Haus: zu den Eltern, Großeltern, Familien…
Termine für das Jahr 2016 stehen auch schon fest – für die nächsten 10. Klassen!


Arbeiten mit Biografien – Ein Projekttag in der Dauerausstellung

Am 07.12.2015 war eine 8. Klasse des Magdeburger Hegel-Gymnasiums zu Gast. Die SchülerInnen sollten und wollten sich eigenständig mit dem Thema Repression in der DDR, Haft und Haftgründe und die Folgen danach beschäftigen. Der Ansatz dabei war das selbständige Annähern an Biografien und Lebensgeschichten und das jugendliche Alter der SchülerInnen. Denn die meisten der dokumentierten Biografien betreffen Menschen, die im jugendlichen Alter von der Staatssicherheit „bearbeitet“, verhört und verhaftet wurden. Der Vergleich zur aktuellen Lebenswelt der Jugendlichen wird dadurch erleichtert. 

Nach dem Kennenlernen des authentischen Ortes durch eine Führung haben sich die Jugendlichen an IHRE Biografie herangetastet. In kleinen Gruppen wurde konzentriert gearbeitet, untereinander diskutiert und Fragen gestellt.  Insgesamt 5 Stunden Auseinandersetzung mit Lebensläufen vor einem vergangenen gesellschaftlichen Hintergrund führten im Ergebnis zu Vorträgen, die Wichtiges von Unwesentlichem trennten, die zu Diskussionen anregten und zu nachdenklichen Statements der Jugendlichen. 

Der Projekttag aus der Sicht der Schüler – Danke dafür!