Die Bibliothek wird gemeinsam vom Dokumentationszentrum und der Gedenkstätte Moritzplatz betrieben.

Hier gewinnen Sie einen Einblick über Neuanschaffungen und interessante Bücher aus unserer Bibliothek.

Vereinte Gegner?

Die Kooperation vom Reichsbanner und Stahlhelm in Braunschweig im Frühjahr 1933 und deren Folgen, Ulrich Menzel, Metropol Verlag 2026.

Bereits 1930 wurde im Land Braunschweig eine Koalitionsregierung aus bürgerlichen Parteien und der NSDAP gebildet. Diese Regierung wurde im Frühjahr 1933 durch eine Alleinregierung der NSDAP ersetzt. Den Übergang begleitete ein einzigartiger Akt des Widerstandes, der aus einer Kooperation des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold und des Stahlhelms - Bund der Frontsoldaten resultierte. (Verlagsinfo)

Das graue Elend von Potsdam

Sowjetischer Haft- und Tribunalort Lindenstraße 1945-1952. Johannes Leicht & Maria Schultz, Metropol Verlag 2025.

Die Sonderausstellung der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße nimmt die sowjetische Nutzungsphase des Potsdamer Justiz- und Haftortes Lindenstraße in den Blick. Dieses Areal beschlagnahmte der sowjetische Geheimdienst im Juli 1945. Er nutzte es bis 1952 im Kontext von Entnazifizierung und der Errichtung einer neuen Diktatur stalinistischer Prägung. Der Haftort Lindenstraße diente als überregionales Sammel- und Durchgangsgefängnis für mehr als 2.000 Männer, Frauen und Jugendliche aus über 15 Nationen Europas. Im Gerichtssaal tagten Sowjetische Militärtribunale. Sie verhängten in Prozessen, die keinerlei rechtsstaatlichen Grundsätzen entsprachen, unverhältnismäßig hohe Strafen bis hin zur Todesstrafe. (Verlagsinfo)

Der rechte Rand der DDR-Aufarbeitung

Klaus Bästlein, Enrico Heitzer, Anetta Kahane (Hrsg.), Metropol Verlag 2023.

Im Zuge der Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur erhoben stets auch Vertreter rechts orientierter Kreise ihre Stimme. Sie konnten in Stiftungen, Gedenkstätten und Opferinitiativen, die sich mit der Aufarbeitung der Geschichte der SBZ und DDR befassen, teilweise unbehelligt ihre Aktivitäten entfalten. Der vorliegende Sammelband beruft auf einem Workshop, der solchen Tendenzen nachging und bereits im Vorfeld lautstarke Proteste rechter Gruppen auslöste. Die Autoren des Bandes haben eine Vielzahl von Fällen recherchiert, die die rechten Randbereiche der DDR-Aufarbeitung ausleuchten. (Verlagsinfo)

Brüche.

Ein ostdeutsches Leben. Wolfgang Engler, aufbau Verlag 2025.

Mit Blick auf die gegenwärtigen Erosionen der deutschen Gesellschaft und nach einer eigenen tiefen inneren Krise schreibt der Soziologe Wolfgang Engler sein persönlichstes Buch. Mit großer Offenheit und Radikalität legt er Zeugnis ab, wie es kaum jemand seiner Generation und Herkunft bislang in Deutschland getan hat. Orientierung sind dabei vor allem die Bücher französischer Autoren der letzten Jahre. (Verlagsinfo)

Der DDR Militärstrafvollzug und die Disziplinararbeit in Schwedt (1968-1990)

Zeitzeugen brechen ihr Schweigen. Paul Brauhnert, Ilja Hübner & Arno Polzin, Metropol Verlag 2015.

Sechszehn Zeitzeugen erinnern sich an die Zeit, die sie im Militärgefängnis in Schwedt bzw. in der auf dem gleichen Gelände befindlichen Disziplinareinheit zubringen mussten. Die vorliegenden Geschichten nehmen uns mit in die Vergangenheit, die für die Betroffenen oftmals noch längst nicht vergangen ist. Es sind Berichte über Demütigung und Gewalt, Einsamkeit und Verzweiflung, aber auch über Würde und Freundschaft, die selbst unter den unmenschlichsten Bedingungen bewahrt und gelebt werden konnten. Die Erinnerungen umfassen den Zeitraum 1968 bis 1989. (Verlagsinfo)

Ostflimmern.

Wir Wende-Millennials, Philipp Baumgarten, Annekathrin Kohout (Hrsg.), mitteldeutscher Verlag 2024.

Plattenbauviertel, unkenntlich gemachte Denkmäler und Billig-Discounter: Die Fotografien von Philipp Baumgarten haben ein Dutzend namhafte Autorinnen und Autoren dazu inspiriert, ihre Erfahrungen in der Nachwendezeit zu beschreiben. Ihre Stimmen geben Einblick in eine Generation, deren ostdeutscher Hintergrund oft wie ein Phantomschmerz erscheint und bis heute präsent ist. Als Kinder der 1990er-Jahre, geprägt von Industriebrachen einerseits und US-amerikanischer Popkultur sowie der globalen Digitalmoderne andererseits, betrachten sie kritisch, aber auch mit Nachsicht ihre Kindheit und die Zeit der Wiedervereinigung. (Verlagsinfo)

Mein Stückwerk

Dieter Müller, BoD 2014.

1944 [...] wurde Dieter Müller (Jg. 1935) durch Bombenschaden vom Rheinländer zum "Ostgermanen" und damit anschließend zum "gelernten DDR-Bürger", der als Christ in das schwierige Feld zwischen Kirche und sozialistischer Diktatur geriet. In seinen Texten kombiniert er eine knappe Biographie in den Kilometersteinen seines Lebensweges mit den Problemen und Wandlungen, dargestellt in "Stückwerken", die man einzeln aufnehmen kann. (Info des Autors)

Die Freiheit so nah.

Nach einer wahren Geschichte. A.A. Kästner, Droemer Verlag 2023.

Eine Beerdigung führt die Rostocker Kay und seine Clique aus Schulzeiten im Jahr 2016 wieder zusammen. Erinnerungen werden wach: an die unbeschwerte Jugend Anfang der 80er-Jahre, aber auch an geplatzte Träume und die Enge des DDR-Systems. Die acht Freunde gelten als unzertrennlich, vertrauen einander zutiefst - bis der Erste aus der Clique wegen versuchter Republikflucht verhaftet wird. Weitere Festnahmen folgen, und bald taucht der Verdacht auf, dass der Verräter in den eigenen Reihen zu suchen ist. Kay, für den die DDR keine Perspektive mehr bietet, beschließt, mit den verbliebenen Freunden über die Ostsee zu entkommen. Doch dann geschieht das Unfassbare ... (Verlagsinfo)

Barnimstraße 10

Das Berliner Frauengefängnis 1868-1974. Claudia von Gélieu, Metropol Verlag 2014.

Mehr als einhundert Jahre diente das Gefängnis in der Berliner Barnimstraße 10 als zentrale Haftanstalt für Frauen. Seine Geschichte vom Kaiserreich über die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus bis in die DDR spiegelt eindrücklich den Frauenstrafvollzug unter verschiedenen politischen Systemen wider. Die Autorin geht den besonderen Gründen und Bedingungen für die Einrichtung von Frauengefängnissen nach, sie stellt die Unterschiede bei den Haftgründen und im Strafvollzug von Frauen und Männern dar und porträtiert prominente Gefangene wie Rosa Luxemburg, Widerstandskämpferinnen gegen das NS-Regime wie Olga Benario und Häftlinge des SED-Staates. (Verlagsinfo)