Bekanntes und Neues in der Bibliothek

Wir möchten Sie hier auf einige aktuelle Neuanschaffungen unserer Bibliothek aufmerksam machen. Und auf interessante Bücher, die wir sonst noch im Bestand haben…



MauerMorde an der Mauer.
40 Jahre DDR – eine tödliche Bilanz
Uwe Gerig; Anita Tykve Verlag, Böblingen 1990

Uwe Gerig, geboren in Nordhausen, war Journalist in der DDR. Nachdem er sich 1968 im Prager Frühling nicht konform geäußert hatte, wurde er aus dem Journalistenverband der DDR aus-geschlossen und mit einem 5-jährigen Berufsverbot belegt. Das hatte zur Folge, dass er als freischaffender Fotograf betätigt wurde. „Die Deutsche Fotothek übernahm 2007/2008 die umfangreiche Sammlung des Bildjournalisten Uwe Gerig. … Dieser Bestand umfasst den Zeitraum der 1970er Jahre bis zur Gegenwart und setzt sich aus Fotografien aus dem Zeitgeschehen in der DDR und zahlreichen Reiseaufnahmen aus den unterschiedlichsten Ländern zusammen. Umfassend dokumentiert sind sowohl der DDR-Alltag, mit Menschen und Straßenszenen, als auch die innerdeutsche Grenze und die Mauer…“ (http://www.deutschefotothek.de/documents/kue/90017673)


Wir Angepassten: Überleben in der DDR
Roland Jahn; Piper Verlag, München 2014

»Wie habe ich in der DDR gelebt? Einfach ist es nicht, sich dieser Frage zu nähern. Sie birgt die Gefahr, unbequem zu werden für jeden, der ihr ernsthaft nachgeht. War ich angepasst? Habe ich widersprochen? Hätte ich anders handeln können? Mir geht es dabei um Aufklärung, nicht um Abrechnung. Ich will vor allem Mut machen zu erzählen. Weniger werten und voreilige Schlüsse ziehen als vielmehr ein offenes Gespräch führen. Denn es gibt keinen allgemein gültigen Maßstab über das ›richtige‹ Verhalten in einer Diktatur.« So beschreibt Roland Jahn das Anliegen seines Buches. In elf Kapiteln reflektiert er aus eigener Erinnerung das Leben in der DDR zwischen den Polen Anpassung und Widerspruch. (Verlagstext)


Bautzen II
Sonderhaftanstalt unter MfS-Kontrolle 1956 bis 1989
Bericht und Dokumentation
Karl Wilhelm Fricke/ Silke Klewien; Gustav Kiepenheuer Verlag, Leipzig 2001

Die Autoren bringen in ihrer Dokumentation dem Leser die Welt in „Mielkes Privatknast“ noch einmal lebendig nah. Dies geschieht vor allem durch zahlreiche, bislang unveröffentlichte Quellen wie Interviews, Dienstanordnungen, Aktennotizen oder gar die Hausordnung der Haftanstalt. Daten über Sozialisation und Werdegang, sowohl auf der Täter, vor allem aber auf der Opferseite, geben zudem Einblick in die Biografie der Betroffenen. Aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten die Autoren den Strafvollzug in Bautzen II. Im Vordergrund stehen dabei zunächst allgemeine Informationen zur räumlichen, organisatorischen und administrativen Struktur der Haftanstalt. Kenntnisse, die dann auf anschauliche Weise Aufschluss über das Alltagsleben in der Haftanstalt geben. (Klappentext)


Aus der Geschichte der Trennungen
Roman
Jürgen Becker; Suhrkamp Verlag, 2001

Jürgen Beckers erster Roman wäre nicht entstanden ohne den Fall der Berliner Mauer, ohne die Wiedervereinigung. Seitdem reist Jörn Winter hin und her zwischen Elbe und Oder, Rügen und Thüringer Wald. Magischer Anziehungspunkt ist der märkische Schwieloch-See, wo seine Mutter ums Leben gekommen ist. Fünfzig Jahre nach ihrem nie geklärten Tod findet er den Weg dorthin. Vergangene Wirklichkeiten kehren zurück: Kriegsgeschehen, Luftangriffe, Jungvolkjahre, NS-Bauten, Evakuierungen, Plünderungen, Todesfälle, die Scheidung der Eltern. Im Niederen Fläming, in Wiepersdorf, macht die Begegnung mit dem Wirt des Dorfkrugs, einem Mann seines Alters, die Unterschiede der Biographien deutlich. Mit der Entfremdung zwischen Ost- und Westdeutschen verspürt Jörn zugleich die Hoffnung, daß die Geschichte der Trennungen zum Ende kommt. Jürgen Beckers bewegender Roman steht beispielhaft für sechzig Jahre des vergangenen Jahrhunderts; es ist ein Roman von den Widersprüchen der deutschen Erfahrungen. (Verlagstext)


Ganz besonderes Lese-, Blätter- und Bescheid-Wisser-Buch für kleine und große Menschen

Hübendrüben
Als deine Eltern noch klein und Deutschland noch zwei waren
Franziska Gehm/ Horst Klein; Klett Kinderbuch, Leipzig 2019

Bevor es mit dem Buch losgeht, also ganz vorn links, steht: Für Nelson und Liselotte, für die Hüben, Drüben und Down Under eins sind … Dann kommt die Geschichte: Max und Maja sind Cousin und Cousine. Sie mögen einander. Sie mögen Indianerspiele und Vanilleeis. Sie könnten so viel zusammen machen. Aber zwischen ihnen ist die deutsch-deutsche Grenze. (Die ist zum Umklappen im Buch dabei!)
Das Buch zeigt in Worten und Bildern, immer parallel, was Kindern hüben und drüben wichtig und geläufig war. Bis eines Tages alles anders wird … (unter Verwendung des Verlagstextes)


Das Jahr 1990 freilegen
Jan Wenzel (Herausgeber); Spector Books, Leipzig 2019

Vergleicht man die Jahre 1989 und 1990, zeigt sich, dass sie in der kollektiven Erinnerung höchst unterschiedlich präsent sind. Die Meisten können sich das Jahr ’89 rasch ins Gedächtnis rufen. Auch mit dem Abstand von knapp dreißig Jahren fällt es leicht, die Abfolge der Ereignisse dieses Herbstes zu erzählen – alles verdichtete sich hier auf wenige, hochdramatische Wochen. 1990 dagegen wirkt in der Erinnerung wie ein blinder Fleck. Das Gedächtnis, von den sich überschlagenden Ereignissen ebenso gefordert wie von unerfüllten Wünschen und nicht eingestandenen Kränkungen fasst ein solches Jahr nur schwer. Das Jahr 1990 freilegen beschäftigt sich mit den verschiedenen Aspekten des Jahres 1990 und ihrer Aktualität. Es montiert Bilddokumente und Stimmen aus dem Jahr 1990 mit essayistischen Reflexionen und Geschichten, in denen aus der Perspektive der Gegenwart auf dieses Jahr zurückgeschaut wird. (Verlagstext)