Die Bibliothek wird gemeinsam vom Dokumentationszentrum und der Gedenkstätte Moritzplatz betrieben.

Hier gewinnen Sie einen Einblick über Neuanschaffungen und interessante Bücher aus unserer Bibliothek.

Im Konsum gibts Bananen.

Sammelband über "40 Jahre DDR in lebendigen Alltagsgeschichten"
Hrsg. Jürgen Kleindienst, Ingrid Hantke; Zeitgut Verlag, Bd. 31, Berlin 2017

"Mehr als ein Vierteljahrhundert ist seit dem Ende der DDr vergangen. Schon können sich Kinder und Enkel der ehemaligen DDR-Bürger kaum mehr ein Bild dieser Zeit machen. Ganz zu schweigen von all den anderen Menschen, die die DDR ohnehin nur aus den Medienberichten und Nachrichten kennen. Wer heute nicht nur Geschichtszahlen aufnehmen will, sondern auch wahrhaftig nachempfinden möchte, wie man im östlichen Teil Deutschlands lebte, liebte, feierte und arbeitete, der lese, was hier zusammengetragen wurde und authentisch und unterhaltsam geschildert wird." (Verlagsinfo)

Beiträge u.a.: "Gast beim FDJ-Treffen" von Johanna Danne, "Das Radio" von Jürgen Meißner, "Bananenrepublik" von Judith Böhnke, "FKK in der DDR" von Alfredo Grünberg

 

 

Tarantel - Satire im Krieg

Begleitband zur gleichnamigen Sonderausstellung

Hrsg. Bürgerkomitee Magdeburg e.V., Magdeburg 2003

Anlässlich des 50. Jahrestages des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 erinnern das Bürgerkomitee Magdeburg e.V., die (damalige) Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Sachsen-Anhalt und die Vereinigung für die Opfer des Stalinismus, Landesgruppe Sachsen-Anhalt, mit einer Ausstellung und diesem Begleitband an die Geschichte und die Wirkung der satirischen Zeitschrift "Tarantel". Karikaturen, Witze und kurze Texte reflektieren auf beeindruckende Weise die politischen Zustände in der DDR in den 1950er und 1960er Jahren. Die hohe Auflage der "Tarantel" und die große Verbreitung spiegeln das Interesse der damaligen Lesern deutlich wider. Gedruckt und zusammengestellt in Westberlin, wurde sie besonders in der DDR wahrgenommen, gerade auch vom Ministerium für Staatssicherheit. Der Besitz, das Lesen und Verteilen der antikommunistisch und antistalinistischen Zeitschrift stand unter Stafe.

 

 

Ein Land vor langer Zeit

Bilder aus Magdeburg - 1987 bis 1990. Mit Zeitzeugengesprächen von Ludwig Schumann

Matthias Pavel, ost-nordost Verlag, Magdeburg 2016

"Stets mit der Kamera über der Schulter durchstreift Matthias Pavel Ende der 1980er Jahre Magdeburg. Auf der Suche nach dem Besondern, fängt er die flüchtigen Momente ein: Scheinbar banale Alltagssituationen, Menschen auf der Straße, spielende Kinder. Er wohnt damals am Hasselbachplatz, der zum Ausgangspunkt seiner Streifzüge durch die Stadt wird. Seine Fotografien zeigen vergessene Hinterhöfe ebenso wie wartende Menschen an Haltestellen. Er ist fasziniert von Details, die er in verlassenen Wohnungen, auf Dachböden und in Hinterhäusern findet. Er trifft Menschen in Jugendclubs, Kirchen und Kneipen - vom Studenten bis zum Punk - und ist in der Magdeburger Kulturszene unterwegs, wie dem Jugendclubzentrum Hasselbachplatz, der Düppler Mühle oder Max Lademann. Im Herbst 1989 dokumentiert er den sich abzeichnenden Umbruch, begleitet die Demonstrationen und Kundgebungen auf dem Domplatz. Mit fast 30 Jahren Abstand betrachtet sind seine Fotografien zu bemerkenswerten Dokumenten geworden, die als Zeitzeugen vom Leben in diesen Jahren erzählen." (Verlagsinfo)

Der Nahschuss: Leben und Hinrichtung des Stasi-Offiziers Werner Teske

Elaboration eines Forschungsfeldes
Gunter Lange; Ch. Links Verlag, Berlin 2021

Am 26. Juni 1981 wurde in Leipzig durch »Nahschuss in das Hinterhaupt« das letzte Todesurteil der DDR-Geschichte vollstreckt. Zwei Wochen zuvor hatte das Oberste Gericht der DDR das Urteil gefällt: Dr. Werner Teske, Jahrgang 1942, Hauptmann der Hauptverwaltung A – des Auslandsgeheim-dienstes – im Ministerium für Staatssicherheit, wurde »vorbereiteter und vollendeter Spionage im besonders schweren Fall in Tateinheit mit vorbereiteter Fahnenflucht im schweren Fall« für schuldig befunden. Erich Honecker machte als Staatsratsvorsitzender von seinem Gnadenrecht keinen Gebrauch; er schaffte die Todesstrafe erst 1987 ab. Seit Gründung der DDR 1949 waren mindestens 164 Personen zum Tode verurteilt worden, etwa 52 davon wegen »politischer Delikte«. Tatsächlich hatte Teske keinen Kontakt zu westlichen Geheimdiensten. So wirft der Fall bis heute Fragen auf: Wollte Staatssicherheitsminister Mielke nach der Flucht des HVA-Offiziers Werner Stiller 1979 an Teske ein Exempel statuieren? Doch warum wurde die Hinrichtung nicht unter seinen Kollegen publik gemacht? Gunter Lange zeichnet anhand von Prozessakten und Gesprächen mit Geheimdienstexperten und Teskes ehemaligen HVA-Kollegen den Lebensweg Teskes von seiner Kindheit in Berlin über das Studium der Wirtschaftswissenschaften bis zu seiner Tätigkeit als Führungsoffizier für Westspione im HVA-Sektor Wissenschaft und Technik nach. Offenbar war Teske zunehmend unzufrieden und unterschlug Geld. Aber wollte er wirklich »überlaufen«? (Verlagsinfo)

Das Buch ist verfilmt worden (August 2021)

Heeresversuchsstelle Hillersleben.

Fleißiges Lieschen, Dora, Karl und andere schwere Geschütze in der Erprobung 1935-1945.

Axel Turra, Dörfler Verlag, Königsbrück 1998.

"Im Jahre 1935 wurde in der Colbitz-Letzlinger Heide, unweit Magdeburg, im Auftrag der Wehrmacht der Versuchsschießplatz Hillersleben errichtet. In dem land- und forstwirtschaftlichen recht bedeutungslosen Gebiet entstand innerhalb kurzer Zeit der zweitgrößte Versuchsplatz auf deutschem Territorium. Hillersleben diente dem Test und der Entwicklung von Objekten verschiedener Waffengattungen und Einheiten. Im Zentrum standen dabei Versuche der Feldartillerie und entsprechender Munition in Zuständigkeit der Waffenprüfinspektion 4. Späterhin fanden Versuchsanordnungen der Waffenprüfabteilung 11 mit Feststoff- und Flüssig-Treibstoff-Raketen (V1, V2) statt. Besonders spektakulär waren Anschuss und Erprobung des Rohrsystems des Eisenbahngeschützes "Dora". Weiterhin fanden Versuche zu Infanteriewaffen, insbesondere panzerbrechenden Typen, und infanteristischen Hindernissen sowie zu Minen und pioniermäßigen Sprengstoffen statt, aber auch zu neuartigen Waffensystemen und Projektilen, z.B. die "Hochdruck-Pumpen-Waffe", die "Luftdruck-Waffe", die "240mm-Kanone" und die "strahlgetriebenen Tromsdorff-Projektile". (Verlagsinfo)

Die Schuld der Mitläufer: Anpassen oder Widerstehen in der DDR

Das Schweigen der Mehrheit
Hrg. Roman Grafe; Pantheon Verlag, München 2009

Man musste kein Held sein, um in der DDR zumindest passiven Widerstand zu leisten. Ohne die Mitläufer hätte die Diktatur nicht vierzig Jahre lang so funktioniert. Das Regime konnte sich auf das Schweigen der Mehrheit verlassen. Dieses Buch vereint zwei Dutzend Geschichten von Staats-Hörigkeit und Aufbegehren inmitten einer angepassten Umwelt.
Die Mehrheit der DDR-Bürger passte sich stärker an, als sie tatsächlich musste. Sie wollten „einfach ganz normal leben“ in der SED-Diktatur. Sie ließen alltägliche Möglichkeiten des gefahrlosen Widersprechens und Widerstehens ungenutzt. So hat man es sich und den Herrschenden bequem gemacht. Der Satz „Es war nicht alles schlecht in der DDR“ bedeutet auch: Wir haben es uns gut gehen lassen, als es anderen schlecht ging – den Unangepassten, den politischen Häftlingen, den gescheiterten Flüchtlingen und ihren Angehörigen.

In diesem Buch wird von Anpassung und Verweigerung in der DDR erzählt – kurze Geschichten, charakteristische Alltagsepisoden aus den vierzig Jahren der Diktatur. Auch das mitunter eigene Versagen der Autoren wird benannt. Die Anthologie vereint zwölf bekannte Autoren wie Wolf Biermann und Erich Loest mit einem Dutzend nahezu Unbekannter: »kleine Leute«, die in der Deutschen Demokratischen Republik gelebt, mitgemacht oder widerstanden haben. Zahlreiche Bilder kritischer DDR-Fotografen wie Manfred Butzmann, Harald Hauswald und Klaus Lehnartz illustrieren die Texte. (Verlagsinfo)

Im Labyrinth der Lügen

Ute Krause; ‎ cbj, München 2016

Paul ist am Boden zerstört: Seine Eltern wurden nach einem Fluchtversuch von der Bundesrepublik freigekauft und beginnen in West-Berlin ein neues Leben – ohne ihn. Er darf die DDR nicht verlassen und ob er seine Eltern je wiedersehen wird, ist ungewiss. Halt geben ihm Oma und Onkel Henri – und seit kurzem seine Klassenkameradin Millie, die ohne Mutter beim Vater lebt. Eines Abends besuchen die beiden Onkel Henri im Pergamonmuseum, der dort als Nachtwächter arbeitet. Als sie in den Sälen unerklärliche Geräusche hören, forschen Paul und Millie auf eigene Faust nach und geraten in eine gefährliche Geschichte … (Verlagsinfo)

Doping-Kinder des Kalten Krieges

Vom Staat geliebt - vom Staat missbraucht Studien zur DDR-Geschichte, Bd. XV

Autorin: Cornelia Reichhelm, Hrsg. Dieter Voigt, Sabine Gries, Ruhr-Universität Bochum, lit-verlag, Berlin 2014

"Cornela Reichhelm, von der Bundesrepublik Deutschland anerkanntes Doping-Opfer und ehemalige DDR-Hochleistungs-Ruderin, als Jugendliche im Alter von 13 Jahren bereits gedopt, ist in die Tretmühle des DDR-Hochleistungssports geraten. Ihr Leben wird sowohl geprägt von schweren Dopingschäden, als auch von einer immer wiederkehrenden Begegnung mit der Stasi, bis heute. Vor dem Hintergrund des gehimen Staatsplans 14.25 erfährt sie nach 20 Jahren von Doping-Forschungs-Programmen und Menschen-Experimenten an jungen Sportlern. Sie wird konfrontiert mit einem unfassbaren Ausmaß des Dopingbetruges und zugleich mit der Vertuschung und Verharmlosung dieser Problematik bis hin zur Verleumdung der Opfer, während die Täter von der Bundesregierung und dem Sportbund geschützt werden. Eine historische Dokumentation ihres Lebens." (Verlagsinfo)

 

 

Weinen in der Dunkelheit. Das Schicksal eines Heimkindes in der DDR

Autobiografischer Bericht einer Betroffenen
Ursula Burkowski, Jaron Verlag, Berlin 2015

"Winter 1953 in Ost-Berlin: Die zweijährige Ursula und ihre Geschwister entgehen nur knapp dem Tod. Von ihrer Mutter verlassen, die sich in den Westen abgesetzt hat, werden die Kinder durch den Großvater gefunden - halb erfroren und verhungert. Ursula wird in das Vorzeige-Kinderheim der DDR in der Königsheide eingewiesen. Für das Mädchen beginnen Jahre unvorstellbaren Leids." (Verlagsinfo)

 

 

1989 und wir.

Geschichtspolitik und Erinnerungskultur nach dem Mauerfall

Sebastian Klinge, [transcript], Histoire Bd. 61, Bielefeld 2015.

"Die Geschichtspolitik zur DDR ist ein noch junges Kapitel in der deutschen und europäischen Erinnerungsgeschichte. Besonders der Umgang mit dem "Mauerfall" und der "Friedlichen Revolution" sucht noch seinen Ort in der Erinnerungslandschaft. Dazu lud eindrücklich der 20. Jahrestag dieser Ereignisse 2009 ein. Wie genau sah die Geschichtspolitik dieses Jubliläumsjahres aus und welcher Logik folgte sie? Was waren ihre Interessen und Ziele? Welche Akteure waren maßgeblich daran beteiligt? Welches Bild des Epochenjahres 1989 wurde dabei entworfen? Sebastian Klinge geht diesen Fragen nach und zeichnet zugleich ein aktuelles Porträt der Geschichtspolitik im 21. Jahrhundert." (Verlagsinfo)

 

 

Schlagstockeinsatz und Sicherheitspartnerschaft

Die Volkspolizei während der friedlichen Revolution im Herbst 1989 in Magdeburg
Autor: Matthias Ohms, Hrsg. Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, mitteldeutscher verlag, Halle/Saale 2014

"Neben der Staatssicherheit war die Deutsche Volkspolizei das wichtigste bewaffnete Organ zum Schutz der SED-Herrschaft. Bis in den Herbst 1989 standen die VP-Angehörigen treu zur DDR, viele waren selbst Mitglied der SED, knapp zehn Prozent Informanten der Stasi. Erst spät setzte ein Umdenken ein, wandelte das Vorgehen vom Unterdrücken des eigenen Volkes zu einer Sicherheitspartnerschaft mit der Bürgerbewegung. Matthias Ohms schildert am Beispiel Magdeburg und entscheidender Ereignisse, wie sich dieser Wandel vollzog. Er analysiert dabei die Zusammenarbeit der DVP mit MfS und SED und zeigt die Befindlichkeiten innerhalb der DVP auf, die erst zum Ende der DDR ihren propagandierten Grundsatz verwirklichte: "Für das Volk und mit dem Volk." (Verlagsinfo)

 

 

1988 Wilde Jugend

Nadja Klier; Okapi-Verlag, Berlin 2019

Nadja ist in Ost-Berlin aufgewachsen. Zwei Tage nach ihrem 15. Geburts­tag wird sie mit ihrer Familie aus politischen Gründen ausgebürgert. Über Nacht verliert sie ihr Zuhause, ihre beste Freundin und ihren Lebensalltag. In West-Berlin versucht sie Anschluss an ein neues Leben zu finden, ihre Heimat auf der anderen Seite der Mauer bleibt jedoch immer in Sicht­weite. Dann, knappe zwei Jahre später, ist die Grenze auf einmal offen.
Nadja Klier verarbeitet ihre Ausbürgerung aus der DDR 1988 und die damit verbundene Entwurzelung mit viel Gefühl zu einer Geschichte vom Erwachsenwerden zwischen zwei Welten, die eigentlich eine sein müssten. (Verlagsinfo)

Für junge Menschen ab 10 Jahre

Die Stasi nannte mich „Reporter“

Journalist in Ost + West. Eine merkwürdige Karriere im geteilten Deutschland
Uwe Gehrig; Verlag Books on Demand 2009

Uwe Gerig gehört zu den wenigen Journalisten seines Jahrganges, die die Auswirkungen der Teilung Deutschlands beruflich in Ost und West verfolgen konnten. Der Autor beschreibt, wie er 1968 wegen einer abfälligen Äußerung über einen DDR-Funktionär denunziert, aus dem Journalistenverband ausgeschlossen und dann mit fünf Jahren Berufsverbot bestraft wurde. Gleichzeitig observierte ihn der Staatssicherheitsdienst durch vier IM (Inoffizielle Mitarbeiter) und legte Akten unter dem Codewort „Reporter“ über ihn an. Von dieser Beschattung, der Post-und Telefonkontrolle, ahnte Gerig zwar etwas, doch erst die nach dem Untergang der DDR zugänglichen Dokumente bewiesen das ganze Ausmaß der Bespitzelung. Im Buch werden zahlreiche dieser Dokumente veröffentlicht. 1976 sollte der Journalist, inzwischen arbeitete er als Reporter für die größte Illustrierte der DDR, selbst vom Staatssicherheits-dienst als Spitzel angeworben werden. Mit welcher List er sich diesem Versuch entziehen konnte, beschreibt der Autor sehr ausführlich im Buch. Sieben Jahre später, im Herbst 1983, flüchtete Gerig mit seiner Frau aus der DDR. Der Staatssicherheitsdienst hatte trotz andauernder Beobachtung die Fluchtvorbereitungen nicht bemerkt und reagierte hilflos, wie die von Gerig im Buch veröffentlichten Dokumente beweisen. Dass es ihm mit Bluff und Drohungen gelang, seine erwachsene Tochter innerhalb von drei Monaten nach der eigenen Flucht aus den Fängen des Staatssicherheitsdienstes freizupressen, beschreibt der Autor im Buch nicht ohne Schadenfreude. (Info der Herausgeber)