Veranstaltungen im 3. Quartal

Juli- August- September

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1. August im Moritzhof: „Herbstbilder“ aus Magdeburg 1989

 

133026039Der Ort: Die HofGalerie im Moritzhof und eine Foto-Ausstellung; die Fotografien sind 30 Jahre alt. Sie zeigen „Herbstbilder“: Fotos von Kerzen und Menschen, von Losungen und Straßen, von Plätzen und Straßenbahnschienen, von Polizisten und Häusern.
Der Fotograf: Dieter Müller. Er ist Magdeburger und hatte im Herbst 1989 den Mut, Situationen, Stimmungen und Ereignisse fotografisch zu dokumentieren. Oftmals, ohne durch den Sucher zu sehen, denn das hätte auffallen können, hätte gefährlich werden können.

In Logo_Aufbruch-89_final_webder Veranstaltungsreihe zu 30 Jahren Friedliche Revolution in Magdeburg zeigt das Dokumentationszentrum in Kooperation mit dem Moritzhof und dem Roncallihaus eine Ausstellung mit den Fotografien von Dieter Müller.

Zur Eröffnung am 1. August, 18:00 Uhr, ist der Fotograf anwesend. Wir freuen uns auf die Besucher mit ihren Fragen und Erinnerungen und auf interessante Gespräche mit Dieter Müller.

Die Ausstellung ist dann noch bis 19. September zu sehen.


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Am 27. Juni war Isabel Fargo Cole in der Stadtbibliothek

Logo_Aufbruch-89_final_webIm Rahmen der Veranstaltungsreihe aus Anlass des Jubiläums 30 Jahre Friedliche Revolution, die verschiedene Institutionen und Einrichtungen der Stadt Magdeburg anbietet, fand am 27. Juni eine Lesung mit Isabel Fargo Cole in der Stadtbibliothek Magdeburg statt.

Dieser Bücher-Ort ist ein besonderer Ort und gut geeignet für eine Lesung. Und für Gespräche: über das Buch, die Hintergründe, die Recherchen zum Buch, das Verhältnis der Autorin als Amerikanerin zur (jüngsten) deutschen Geschichte, über Sichtweisen von außen und innen. Und genau diese Gespräche entstanden nach der Lesung. Die kluge Auswahl der Textstellen macht zudem neugierig auf das, was noch kommt …

Ihren perfekten Umgang mit der deutschen Sprache  hat die US-Amerikanerin Isabel Fargo Cole bereits als Übersetzerin bedeutender DDR-Autoren, wie Franz Fühmann und Wolfgang Hilbig gezeigt, aber auch als Übersetzerin von Friedrich Dürrenmatt.

In ihrem Buch „Die Grüne Grenze“ (für den Preis der Leipziger Buchmesse 2018 nominiert) zeigt Frau Cole, wie perfekt sie mit Sprache umgeht, wie sie Worte setzt und Außen- und Innen(an)sichten beschreibt, wie sie es versteht, den Leser mitzunehmen. Hat man erst einmal mit der Lektüre begonnen, kann man sich dem Buch nicht mehr entziehen!

Aus dem Inhalt: Ein junges Künstlerpaar, P1180827Editha ist Bildhauerin und Thomas Schriftsteller, zieht 1973 von Berlin aufs Land. Ein Kind ist unterwegs -ungeplant. Die Ehe – un-bedacht. Das Dorf heißt Sorge, liegt im Harz und somit in der Sperrzone der DDR. Als Thomas und Editha kurz vor der »Wende« von einer verdrängten Vergangenheit heimgesucht werden, flüchtet ihre Tochter in den Wald -und über mehr als eine Grenze.

Herzlichen Dank, Frau Isabel Fargo Cole.  P1180831


InfoKarte zum DownloadEinladung Film


Eine Kooperationsveranstaltung zwischen dem Literaturhaus Magdeburg, der Stadtbibliothek und dem Dokumentationszentrum.


Fotos: Bettina Wernowsky

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Musste wegen Erkrankung von FLIX entfallen! ComicLesung mit FLIX/ FRANKO.Folie in der Gedenksätte

FRANKO.Folie!2019 in der Gedenkstätte –
eine Kooperationsveranstaltung mit dem Kulturzentrum MoritzhofLogotransparent


FLIX ist ein deutscher Zeichner, uOD_9783551721150_spirou-in-berlin_cov-alternativ_A01.inddnd der durfte einen frankobelgischen Comic-Klassiker wie Spirou & Fantasio zeichnen – und das ist eine kleine Sensation.
Er versetzt die Figuren in das Ostberlin der 1980er Jahre. Sie sind auf der Suche nach Graf Rummelsdorf, der verschollen ist, und decken dabei höchst merkwürdige Dinge auf …
Rasant, temporeich und mit viel Gespür erzählt Flix ein deutsches Abenteuer von Spirou und Fantasio.

Und wer ist FLIX?

icons8_Sort_Right_50px1976 in Münster/Westfalen geboren und heißt eigentlich  Felix Görmann; lebt heute in Berlin
icons8_Sort_Right_50px hat als erster Absolvent in der Geschichte seiner Hoch-  schule eine Diplomarbeit mit Schwerpunkt Comic   gemacht und als Jahrgangsbester abgeschlossen
icons8_Sort_Right_50px Studium in Saarbrücken und in Barcelona:
Kommunikations-Design

icons8_Sort_Right_50px Dozent für Zeichnerei an der Hochschule der bildenden Künste Saar
icons8_Sort_Right_50px selbständiger Comiczeichner und Illustrator
icons8_Sort_Right_50px verfasste u. a. eine Comicgeschichte „Da war mal was“ mit Erzählungen aus dem
geteilten Deutschland

FLIX liest FLIX signiert FLIX zeigt


Einladung ComiclesungInfoKarte zum Download


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Ein Foto-Rückblick auf den Museumstag vom 19. Mai 2019

Plakat AufstellerDas wurde angeboten:

  • Öffentliche Führungen
  • „Kellerfunde“ aus den Sammlungsbeständen von Gedenkstätte und Dokumentationszentrum – Objekte, die sonst „unsichtbar“ im Depot lagern
  • Bücherflohmarkt in der Infothek – Dubletten aus unserer Bibliothek, Amiga- und Eterna- Schallplatten
  • Ausstellung „Lagebericht ’89“, 1. OG
  • Dauerausstellung im Erdgeschoss
  • Zellentrakt

Unser Dank an die Besucher. Wir freuen uns auf 2020!


Zu den Fotos (v. l. n. r.): Der Ort Eingang  Bücherflohmarkt in der Infothek   Führung  Objekte aus dem Depot  „Kellerfunde“


Fotos: Bettina Wernowsky

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Das war “ Voll der Osten“

PRESSEBILD AUSTELLUNG "Voll der Osten" Vor dem Dorfgasthaus, Brandenburg, 1984, DDR

PRESSEBILD AUSTELLUNG „Voll der Osten“
Vor dem Dorfgasthaus, Brandenburg, 1984, DDR

1. Die Ausstellung „Voll der Osten. Leben in der DDR“

In den 1980er Jahren zog Harald Hauswald durch Ost-Berlin und fotografierte, was ihm vor die Linse kam: Kleine Szenen des Alltags, einsame und alte Menschen, verliebte junge Pärchen, Rocker, Hooligans und junge Leute, die sich in der Kirche für Frieden und Umweltschutz einsetzten.

Die Ausstellung hat auf auf 20 Tafeln über 100 bekannte und unbekannte Fotos von Harald Hauswald gezeigt. Die Texte der Ausstellung verfasste der Historiker und Buchautor Stefan Wolle. Das Besondere, QR-Codes auf den einzelnen Flächen, haben zu kurzen Videointerviews geführt, in denen der Fotograf darüber berichtet, wie und in welchem Kontext das jeweils zentrale Foto der Tafel entstanden ist.


2. Eine Sonderveranstaltung zur Ausstellung

Am 4. April fand im Rahmen der Ausstellung „Voll der Osten“ eine Sonderveranstaltung statt:
16:30 Uhr, Treffpunkt Innenhof, eine Gruppe versammelt sich. Die Besucher wollten sich auf den Weg zurück in ein anderes Land machen. Beginnend mit einer kurzen Einführung und einem genauen Hinsehen auf den „vollen Osten“ sind die Besucher schnell ins Gespräch miteinander gekommen. Erinnerungen oder Vergleiche mit Erscheinungen in der heutigen Gesellschaft wurden beim Betrachten der Fotografien ausgetauscht, in Kleinstgruppen wurden die Texte diskutiert. Vielen Dank an die Besucher, die sich darauf eingelassen haben, ihre Gedanken zu Fotos, die sie besonders angesprochen haben, auszusprechen und somit zu weiteren Gesprächen angeregt haben!

Die Veranstaltung setzte sich dann ab 18:15 Uhr im Kulturzentrum Moritzhof fort. Im Film „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ führten großartig agierende SchauspielerInnen in das Jahr 1989. Atmospärisch dicht wurde in dem Film die Generationengeschichte einer Familie erzählt, die an Lügen und gesellschaftlichen Veränderungen auseinanderzubrechen droht. Der Film basiert auf dem gleichnamigen autobiografischen Roman von Eugen Ruge.

Die Zeitreise war offiziell nach dem Abspann zu Ende, nachdenklich oder diskutierend, oder einfach still verließen die Zuschauer das Kino im Stall – zurück ins Heute.


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Rückblick: Scheidungspraxis in Ost und West – Ein Vortrag mit Anja Schröter

In der DDR wurde vielfach sehr jung geheiratet, oft aus ganz „praktischen“ Gründen: weg von den Eltern oder die erste gemeinsame Wohnung. DiEhene DDR hatte auch eine der weltweit höchsten Scheidungsraten. Eine Ehescheidung war nur mit wenigen Hürden verbunden, die wirtschaftliche Unabhängigkeit der meisten Frauen kam hinzu. Unterhaltszahlungen für Kinder waren geregelt und üblich, für Ehepartner jedoch praktisch nicht vorgesehen. Scheidung wurde weitgehend von der ostdeutschen Bevölkerung als Privatsache angesehen. Dies änderte sich mit der deutschen Einheit.

Am 16. Mai hat Anja Schröter die Ergebnisse ihrer Analysen zur Scheidungspraxis in Ost und West vorgestellt. Dabei hat sie den Zeitraum des letzten DDR-Jahrzehnts über die Umbrüche 1989/90 bis hin zur Jahrtausendwende betrachtet. Anja Schröter sprach sowohl mit Juristen als auch mit ostdeutschen Bürgern und hat diese nach ihren Erfahrungen befragt. Damit konnte sie in ihrer Studie nachweisen,  dass nicht einfach die westdeutsche Scheidungspraxis auf Ostdeutschland übertragen wurde. Vielmehr gestalteten ost- und west-deutsche Familienrichter eine eigene Scheidungs-rechtskultur, die das vereinigte Deutschland mit prägte.
In der anschließenden Diskussion kamen dann noch Fragen zum Umgang mit in der DDR geschiedenen Frauen und deren finanzieller Situation auf, einiges wurde im Einzelgespräch im Anschluss an den Vortrag mit der Referentin direkt besprochen.


Foto: Bettina Wernowsky

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Montag, 25.03., war die Lesung mit Vortrag „Der Tunnel am Checkpoint Charlie“

Seit den frühen 1950er Jahren bis zum Mauerfall am 9.11.1989 haben fast 4 Millionen Menschen die DDR verlassen. Unterschiedliche Gründe aus einem unterschiedlich erlebten DDR-Alltag heraus haben Menschen dazu veranlasst, unter Gefahr ihr altes Leben hinter sich zu lassen. Einer dieser Gründe war die Liebe.

Bodo Müller und Siegrun ScheBuch Tunneliter erzählen in ihrem Buch Der Tunnel am Checkpoint Charlie“ die wahre Liebesgeschichte eines 19-jährigen Jungen aus Ost-Berlin und einem gleichaltrigen Mädchen aus dem Westteil der Stadt. Um zu ihr zu gelangen, gräbt er von einem Keller in der Nähe des Grenzübergangs Checkpoint Charlie zusammen mit einem Freund und seinem Bruder einen Tunnel durch den Todesstreifen hindurch. Das scheinbar Unmögliche gelingt den Jugendlichen, doch einer der Flüchtlinge geriet in die Fänge der Stasi. Er zahlte einen hohen Preis …

Aus den Erzählungen der Flüchtlinge, aus Untersuchungsberichten der Staatssicherheit und historischen Fotos entstand ein zeitgeschichtliches Dokument aus dem Jahr 1972.

Müller_BodoSiegrun ScheiterZu den Autoren: Sie haben ihre Wurzeln in der ehemaligen DDR. Der Journalist und Fotograf Bodo Müller, Jg. 1963, startete 1985 einen Fluchtversuch über die Ostsee. Das Scheitern der Flucht führte zu Haft und Berufsverbot, Ausreiseantrag und Ausreise im August 1989.

Siegrun Scheiter, Jg. 1965, studierte Verkehrsbauwesen in Dresden und nach 1989 Rechtswissenschaften. Bodo Müller und Siegrun Scheiter leben jetzt in Lübeck und arbeiten unter anderem als freie Autoren.


Autorenfotos: Verlagsinfo

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Veranstaltungsfotos: Kordula Zollenkop

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Kooperation mit dem Hegelgymnasium

Das Dokumentationszentrum und das Magdeburger Hegelgymnasium arbeiten seit vielen Jahren in der Bildungsarbeit eng zusammen. Projekttage, Autorenlesungen oder Langzeitprojekte mit den bilingualen Klassen haben bisher dazu beigetragen, den Schülerinnen und Schülern verschiedene Aspekte der DDR-Geschichte an unterschiedlichen Orten und mit unterschiedlichen Methoden zu zeigen – entweder am authentischen Ort in den Räumen der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt der Stasi oder in der Schule, entweder durch eigenständiges projektbezogenes Arbeiten oder durch Autorengespräche.

Seit dem 18. LogoDezember 2018 besteht nun eine Kooperations-vereinbarung zwischen der Schule und dem Dokumentationszentrum, um dieser Zusammenarbeit einen festen Rahmen zu geben.
Wir freuen uns auf weitere spannende Projekte mit neugierigen SchülerInnen und deren Lehrerinnen und Lehrern!

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So war das mit dem Ostpaket und Westpaket

Am 6. Dezember, in der Vorweihnachtszeit und noch dazu am Nikolaustag fand die letzte Veranstaltung im Jahr 2018 statt. Und – passend zur Jahreszeit ging es um Geschenke. Genau gesagt um „Geschenksendung – Keine Handelsware“. Ein solcher Vermerk „zierte“ nämlich jedes Westpaket.

Konstanze Soch beschrieb die Rituale, die in den DDR-Familien nach Erhalt einer „Geschenksendung“  abliefen und die gar nicht so unterschiedlich waren: Vom Aufdröseln der Paketschnur über das Aufrollen (für spätere Weiterverwendung), das Auswickeln und sorgfältige Zusammenfalten des Papiers (ebenso für spätere Weiterverwendung), bis hin zum Aufklappen des Kartons. Und dann – der erste Blick ins Paket, dem ein ganz besonderer Duft entströmte. Diesen jetzt verloren gegangenen Duft haben viele ehemalige Paket-Empfänger aus der DDR noch heute in ihrer Erinnerung. Jedenfalls wußten die meisten Besucher, die den Veranstaltungsraum in der Gedenkstätte füllten, genau, wovon Frau Soch sprach.
Über den privaten Aspekt des Paketverkehrs hinaus stellte Frau Dr. Soch die volkswirtschaftliche Bedeutung der Paketsendungen dar. Ein Beispiel: Ende der 1970er Jahre hatte die DDR Probleme bei der Versorgung der Bevölkerung mit Kaffee. Die „Ersatzlösungen“  führten zu Unmut unter den Bürgern, der mit diversen Zusätzen gestreckte Ersatzkaffee wurde abgelehnt. Kurzerhand wurden die knappen Einfuhrmengen, die den Paketverkehr reglementierten, geändert. Somit konnten Devisen für den Ankauf teurer Kaffeebohnen eingespart werden, da ein Teil der Bevölkerung anderweitig mit Kaffee „versorgt“ wurde.

In ihrem Vortrag hat Frau Soch auch die Geschenksendungen in den Westen analysiert. Im anschließenden Gespräch mit den Besuchern wurden Erinnerungen ausgetauscht und Gesagtes bestätigt oder ergänzt. Ein Besucher hatte sogar ein echtes Westpaket dabei…

Diskussion


Konstanze Soch, Jahrgang 1988, hat an der Otto-von Guericke- Universität Magdeburg Kultur-wissenschaften und Europäische
Kulturgeschichte studiert. Seit August 2017 ist sie Mitarbeiterin bei der BStU.


 Fotos: Bettina Wernowsky

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