Magdeburger Kulturnacht am 22. September

Das muss Liebe sein … Kulturnacht

Eine ostdeutsche Rocklegende war zweifellos Klaus Renft. Das Verbot der Gruppe Renft Mitte der 1970er Jahre ist sicher bei manchen noch in Erinnerung. Das Verbot führte 1976 zu Renfts Ausreise aus der DDR. Andreas Schirneck, der über Jahre mit Renft als „LSD – Löhmaer Song Duo“ aufgetreten ist, widmet seinem Musikerkollegen eine besondere Hommage.Schirneck live 7 Er zeichnet mittels Foto- und Filmaufnahmen, persönlichen Anekdoten und Auszügen aus Renfts Stasi-Akten ein Porträt des 2006 verstorbenen DDR-Rockmusikers.
Zur Magdeburger Kulturnacht wird Andreas Schirneck in einer musikalischen Lesung an seinen Musiker-Freund Klaus Renft erinnern.
Und natürlich auch die Musik spielen, die beide gemeinsam als „LSD- Löhmaer Song Duo“ gespielt haben.


Das gesamte Programm im Überblick und zum Download

  • Öffentliche Führungen 18:30 Uhr; 22:00 Uhr; 23:00 Uhr
  • Musikalische Lesung 19:30 Uhr bis 20:30 Uhr
  • Konzert 21:00 Uhr bis 22:00 Uhr
  • außerdem Ausstellung „NVA-Soldaten hinter Gittern“

in Kooperation mit der Gedenkstätte

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Magdeburger Kulturnacht am 22. September

Veranstaltungen im 4. Quartal

Oktober– November– Dezember

Quartalsflyer außen Quartalsflyer innen


Zum Download


Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Veranstaltungen im 4. Quartal

Das war der Tag des Offenen Denkmals

Ausschnitt

„Entdecken, was uns verbindet“


Das Programm Wir hatten: Die Sonderausstellung „NVA-Soldaten hinter Gittern“ Der Armeeknast Schwedt als Ort der Repression“

Wir hatten: Öffentliche Führungen

Wir hatten: Elke Ferner zu Gast mit einer Lesung aus ihrem Buch „Ich will mein Kind – Ausreiseantrag mit Folgen“

Wir hatten: einen Bücherflohmarkt, der zum  Stöbern im Dubletten-Bestand unserer Bibliothek eingeladen hat

Und – wir hatten ein tolles Publikum, das zahlreich und interessiert an den Führungen teilgenommen hat. Viele Besucher haben sich eigenständig auf Spurensuche begeben, und den authentischen Ort erkundet oder sich in der Dauerausstellung informiert. Die ganz jungen Besucher hatten natürlich eine Menge Fragen, so z. B., was die Gefangenen denn  zum Essen bekommen hätten.Lesen

Am Büchertisch wurde nicht nur in den angebotenen Büchern geblättert, es wurde diskutiert. Besucher haben die Lesung von Elke Ferner nach-besprochen und ihre Eindrücke von der bewegenden Lesung reflektiert. Mancher hielt es nicht aus, manche verließen die Lesung vorzeitig …

Wir haben uns über die große Resonanz gefreut und sind im nächsten Jahr zum Tag des offenen Denkmals wieder dabei!


Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Das war der Tag des Offenen Denkmals

Nachlese einer Gesprächsrunde zum Prager Frühling

50 Jahre Niederschlagung des Prager Frühlings und die Reaktion der DDR

Ein „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ sollte das Resultat der Reformbemühungen der Kommunistischen Partei in der ČSSR mit Alexander Dubček sein. Die Garantie
von Grundrechten und eine gelockerte Planwirtschaft mit mehr Freiheiten für die Betriebe ließen jedoch die Machthaber in der Sowjetunion befürchten, dass die Reformbewegung eine Sogwirkung auf die anderen Ostblockstaaten ausübt. Das stellte eine Gefahr für den  Sozialismus dar.
Die Reaktion: In der Nacht vom 20. auf den 21. August 1968 rücken Truppen von fünf Warschauer-Pakt-Staaten in die ČSSR ein.
Als es nach dem 21. August 1968 in der DDR zu Demonstrationen und Verteilung von Flugblättern kommt, werden die Proteste durch die Sicherheitsorgane der
DDR unterdrückt.

Dr. Bohse

Dr. Daniel Bohse

Mit seinem Impulsreferat hat der Leiter der Gedenkstätte,
Dr. Daniel Bohse, die Reaktionen auf den Prager Frühling im Bezirk Magdeburg zusammengefasst. Anhand einiger Fälle aus den Archiven konnte D. Bohse anschaulich darstellen, welche Aktionen zu welchen Konsequenzen für die Betroffenen führten. So z. B. im Fall von zwei Groß Rodenslebenern, die an Hauswände „Hetz“-Parolen schrieben. Ihre Sympathiebekundungen mit den Reformern in der ČSSR hatten 2 Jahre und 6 Monate Haft für beide zur Folge.

In einer anschließenden Gesprächsrunde sind Zeitzeugen, auch aus dem Publikum, zu Wort gekommen, die die damaligen Ereignisse hautnah miterlebt haben:

Das Magdeburger Pastorenehepaar Waltraut und Gerhard Zachhuber besuchte im Frühjahr 1968 Familienangehörige in der Slowakai. Mit Schwierigkeiten kamen sie zu einem Visum. Sie erlebten vor Ort die Diskussionen um die Reformen und die Hoffnungen und Ängste über den Ausgang der Ereignisse. Es waren aber auch die internen Probleme zwischen Slowaken und Tschechen spürbar, die mit dem Slowaken Dubček lösbar erschienen.

Hans-Jürgen Fink, Journalist aus Berlin weilte als damaliger Wirtschafts- und Sozial-
wissFinkenschaftler aus dem Westen zu Forschungstätigkeiten an der Ökonomischen Hochschule Prag (1967 bis 1968). Im Verlauf des Abends hob er die Bedeutung der Prager Frühjahrs-Ereignisse für die Friedliche Revolution 1989 hervor. Die Hoffnungen, die sich mit dem Beginn der Reformbewegung nicht nur in der ČSSR ausbreiteten, wurden bei der Niederschlagung nicht endgültig zersört. Die Menschen der DDR 1989 wollten allerdings mehrheitlich kein neues Modell einer sozialistischen Gesellschaft …


Podium

Das Podium (v. l.) Waltraut Zachhuber, Gerhard Zachhuber, Hans-Jürgen Fink, Dr. Daniel Bohse

Publikum1 Viele Besucher
erinnerten sich: an ihre Erlebnisse im Frühjahr 1968, an Inhaftierungen oder Brüche in der beruflichen Lauf-bahn.


„Frühlingsträume in Prag“, so titelt Hans-Jürgen Fink in der Magdeburger Volksstimme vom 08.08.2018. (Kann man hier nachlesen)


Fotos: Kordula Zollenkop

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Nachlese einer Gesprächsrunde zum Prager Frühling

Nachlese zur Eröffnung vom 6. September „NVA-Soldaten hinter Gittern. Der Armeeknast Schwedt“

Eine Ausstellung des Stadtmuseums Schwedt in Zusammenarbeit mit dem Verein Militärgefängnis

„Ab nach Schwedt“
Da war ein junger Soldat in der DDR, ein Wehrpflichtiger von 18 Jahren. Als dessen Mutter verstarb, wollte er natürlich zur Beerdigung. Die Ablehnung des Ersuchens auf Urlaub kam zu seiner Trauer hinzu. Verzweifelt nutzte der junge Mann die nächste Gelegenheit zur Flucht aus seinem NVA-Standort. „Fahnenflucht“, so nennt man das. Und: „Ab nach Schwedt“ war die Konsequenz, die sich für ihn daraus ergab. Wenn der heute gestandene, erwachsene Mann beim Schildern dieses Lebensabschnittes mit den Tränen zu kämpfen hat, kann man ansatzweise erahnen, was  drei Monate in der Disziplinareinheit Schwedt bedeutet haben. Heute ist das ein verschwiegenes Schicksal von vielen. Dieser Mann war nicht unter den Besuchern der Eröffnungsveranstaltung am 6. September, er kann diesen Teil seines Lebens nicht verarbeiten, möchte diesen Teil seines Lebens am liebsten vergessen.

Detlef Fahle

Zahlreiche andere Besucher haben den Weg zur Eröffnung der Ausstellung in den Veranstaltungssaal der Gedenkstätte gefunden. Detlef Fahle (Jg. 1963), der Vorsitzende des Vereins DDR-Militärgefängnis Schwedt e. V.  hat über die Geschichte des Armeeknastes gesprochen. Die in Brandenburg gelegene Stadt Schwedt stand seit 1968 als Synonym für den Armeeknast der DDR. Und 1982 kam zum Militärgefängnis eine sogenannte Disziplinareinheit der Nationalen Volksarmee hinzu, die zwischen 1982 und 1990 Teil des militärischen Repressionsapparates zur Durchsetzung von Gehorsam und Konformität in den DDR-Streitkräften war.
Ein 3D-Modell hat es den Besuchern ermöglicht, einen virtuellen Rundgang durch den so nicht mehr vorhandenen Komplex zu unternehmen. Detlef Fahle „führte“ über das Gelände, erläuterte, beantwortete Fragen.

In der Diskussion konnten weitere Fragen der Besucher geklärt werden, es gab Ergänzungen und Statements, einzelne Erfahrungsberichte und Gespräche nach der Veranstaltung.

Diskussion


Im Rahmen der Ausstellung findet am 25. Oktober, 18:00 Uhr eine Podiumsdiskussion mit Zeitzeugen statt. Für das Impulsreferat mit dem Titel „Ab nach Schwedt! Militärgerichtsbarkeit und Armeeknast in der DDR“  konnte Rüdiger Wenzke, leitender wissenschaftlicher Direktor am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr Potsdam, gewonnen werden.


Die Ausstellung: 17 Rollups, Objekte, Audiostationen
Ausstellungsdauer: bis 4. November 2018


Fotos: Bettina Wernowsky

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Nachlese zur Eröffnung vom 6. September „NVA-Soldaten hinter Gittern. Der Armeeknast Schwedt“

Veranstaltungen im 3. Quartal

Juli – August – September

Quartalsflyer 3 2018_a Quartalsflyer 3 2018_i


Zum Download


 

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Veranstaltungen im 3. Quartal